London im Dezember ist ein eigenes Erlebnis. Die Stadt hängt Lichterketten über ganze Einkaufsstraßen, die Kaufhäuser verwandeln ihre Schaufenster in kleine Bühnen, vor den Museen entstehen Eisbahnen, und im West End läuft die beste Spielzeit des Jahres. Dieser Guide zeigt dir, was du in der Weihnachtszeit in London wirklich sehen solltest – und was du vorher wissen musst, damit die Reise nicht an einem geschlossenen Bahnhof endet.

Wenn du gezielt nach den Weihnachtsmärkten suchst: die haben wir in einem eigenen Artikel ausführlich behandelt, mit allen Öffnungszeiten und einer Karte. Schau dir dazu die 10 schönsten Weihnachtsmärkte in London an.

Die schönste Weihnachtsbeleuchtung in London

Die Carnaby Street in London mit ihrer weihnachtlichen Lichtinstallation

Die Lichterinstallationen sind das Beste, was London im Dezember kostenlos zu bieten hat – und sie unterscheiden sich deutlich voneinander:

  • Oxford Street und Regent Street – die größten und bekanntesten Installationen, riesige Lichtobjekte über der Straße. Auch die vollsten.
  • Carnaby Street – die kreativste Straße, jedes Jahr mit einem neuen Thema statt klassischer Weihnachtsdeko.
  • Covent Garden – die traditionellste Variante: überdimensionale Christbaumkugeln, ein enormer Baum und das beste Fotomotiv der Stadt.
  • King's Cross und Coal Drops Yard – die modernste Ecke, mit Lichtkunst statt Lichterketten und viel weniger Gedränge als im West End.

Die großen Beleuchtungen werden üblicherweise Anfang bis Mitte November eingeschaltet und bleiben bis in die erste Januarwoche hängen. Geh an einem Wochentagabend hin, nicht an einem Samstagnachmittag – der Unterschied ist erheblich.

Eislaufen in London

Schlittschuhläufer auf einer Eisbahn im Freien in London an einem Winterabend

Der Reiz der Londoner Eisbahnen liegt vor allem an ihren Standorten:

  • Natural History Museum – die schönste Kulisse, mit dem angestrahlten Museum im Hintergrund.
  • Somerset House – klassizistischer Innenhof, zentral gelegen.
  • Hyde Park Winter Wonderland – die größte Bahn, Teil des gesamten Rummels.
  • Glide an der Battersea Power Station – Industriekulisse, und meistens am einfachsten zu buchen.

Reserviere online ein Zeitfenster, statt einfach hinzugehen. Zieh dich wärmer an, als du denkst, und plan direkt danach einen Glühwein oder eine heiße Schokolade ein.

West End: Shows und Musicals im Dezember

Die beleuchtete Fassade eines West-End-Theaters in London zur Weihnachtszeit

Das West End ist das ganze Jahr gut und im Dezember außergewöhnlich, weil die saisonalen Produktionen zu den Dauerläufern dazukommen. Worauf du achten kannst:

  • Der Nussknacker – das klassische Weihnachtsballett, in London fast jedes Jahr auf dem Spielplan.
  • Eine Weihnachtsgeschichte – Dickens' Klassiker, jeden Dezember in irgendeinem Haus zu sehen.
  • Familienmusicals – Stücke wie Frozen setzen über die Feiertage zusätzliche Vorstellungen an.
  • Die DauerläuferLes Misérables und Nachbarn, immer eine sichere Wahl.
  • Pantomime – eine typisch britische Tradition, die es in Deutschland so nicht gibt: laut, albern, mit Publikumsbeteiligung. Wenn du etwas erleben willst, das du zu Hause nicht bekommst, dann das.

Der Spielplan für die Feiertage wird erst im Herbst final bestätigt – prüf die aktuellen Programme, bevor du einen Tag um eine bestimmte Show herum planst. Buch in jedem Fall früh: die Dezembervorstellungen sind zuerst weg.

Weihnachtsshopping in London

Menschen beim Einkaufen in einer weihnachtlich geschmückten und beleuchteten Londoner Straße

Shopping in London im Dezember ist ein Erlebnis für sich – und ziemlich voll. Geh früh am Tag und möglichst unter der Woche.

Liberty

Nächste U-Bahn-Station: Oxford Circus. Das Fachwerkgebäude im Tudorstil lohnt den Besuch schon allein. Innen findest du ungewöhnliche Geschenke, Designermode und Wohnaccessoires, die es nicht überall gibt.

Hamleys

Kinder betrachten Spielzeug in einem Londoner Kaufhaus zur Weihnachtszeit

Nächste U-Bahn-Station: Oxford Circus. Einer der ältesten und größten Spielzeugläden der Welt, sieben Etagen voller Vorführungen und Lärm. Mit Kindern ein Muss, ohne Kinder an einem Samstag im Dezember besser zu meiden.

Harrods

Die weihnachtlich beleuchtete Fassade von Harrods in Knightsbridge, London

Nächste U-Bahn-Station: Knightsbridge. Harrods steht für Luxus, und die Abteilung Christmas World ist ein Spektakel für sich – von Baumschmuck bis zu Feinkostkörben. Die Schaufenster sind selbst ohne Einkauf einen Umweg wert.

Selfridges

Nächste U-Bahn-Station: Bond Street. Der Weihnachtsshop von Selfridges ist legendär und öffnet absurd früh im Jahr. Dekoration, Geschenke und Luxusartikel unter einem Dach, dazu Schaufenster, vor denen sich Menschen sammeln.

Marby & Elm und The Handmade Christmas Co

Für alle, die keine Kaufhäuser wollen: Marby & Elm (Chancery Lane) macht handgedruckte Karten und Schreibwaren, The Handmade Christmas Co (Shoreditch High Street) handgefertigten Baumschmuck. Beides deutlich persönlicher als alles auf der Oxford Street.

Die Öffnungszeiten sind im Dezember verlängert und werden über die Feiertage stark eingeschränkt – schau auf der Seite des jeweiligen Laden nach, wenn du an einem bestimmten Tag hin willst.

Essen und Trinken in der Weihnachtszeit

Ein festlich gedeckter, elegant dekorierter Speisesaal in London zu Weihnachten

Zur Londoner Weihnachtszeit gehören Glühwein, geröstete Kastanien und Mince Pies – kleine Gebäckteilchen mit Trockenfruchtfüllung, die man einmal probieren sollte. Ein paar verlässliche Adressen für ein festliches Essen:

  • Rules, 35 Maiden Lane, Covent Garden – Londons ältestes Restaurant und die Adresse für klassisch britische Weihnachtsküche.
  • Sketch, 9 Conduit Street, Mayfair – ein theatralischer Afternoon Tea in weihnachtlicher Ausstattung.
  • Duck & Waffle, 110 Bishopsgate – das Signature-Gericht mit Aussicht, dazu ein Festtagsmenü.
  • The Ritz Restaurant, 150 Piccadilly – der förmlichste und schönste Afternoon Tea der Stadt.
  • Dinner by Heston Blumenthal, Mandarin Oriental Hyde Park – historische britische Gerichte, modern interpretiert.
  • Coppa Club, Three Quays Walk – die Iglus an der Themse, mit Blick auf die Tower Bridge.

Die Festtagsmenüs der bekannteren Häuser sind Monate im Voraus buchbar, und die Iglus gehen besonders früh weg. Wenn dir ein bestimmtes Restaurant wichtig ist, reserviere lange vor Dezember.

Die weihnachtlichsten Orte der Stadt

Big Ben und der Palace of Westminster an einem Winterabend beleuchtet

Wenn du nur wenig Zeit hast, reichen diese Stationen:

Der Weihnachtsbaum am Trafalgar Square – eine Fichte, die die Stadt Oslo London jedes Jahr schenkt, als Dank für die Unterstützung im Zweiten Weltkrieg. Drumherum Chorgesang und Lichter.

Covent Garden – überdimensionale Dekoration, Straßenmusik, saisonale Pop-up-Läden und warme Restaurants. Der beste Ort für einen Abend.

Tower of London – gibt Weihnachten eine historische Wendung, mit festlicher Beleuchtung und saisonalen Veranstaltungen innerhalb der Mauern. Das Programm wechselt jährlich.

Harry Potter World – die Warner Bros. Studio Tour ist in den Wintermonaten weihnachtlich dekoriert, die Sets eingeschneit, am Ende ein heißes Butterbier. Anreise per Zug von London Euston nach Watford Junction, dann Shuttlebus. Tickets sind zeitgebunden und Wochen vorher weg.

London Eye – die beleuchtete Skyline von oben ist der beste Überblick über die Stadt im Dezember. Die einzige Attraktion, bei der der Besuch nach Einbruch der Dunkelheit klar besser ist.

Das London Eye beleuchtet über der Themse im Winter

Was ist am 25. und 26. Dezember geöffnet?

Das ist der Teil, der deutsche Besucher am häufigsten überrascht, weil er sich vom deutschen Weihnachten grundlegend unterscheidet.

In Deutschland ist Heiligabend, der 24. Dezember, der Tag der Bescherung, und die Läden schließen mittags. In Großbritannien wird am Morgen des 25. Dezember geschenkt – und der 24. ist ein fast normaler Einkaufstag. Wenn du also am 24. in London bist, kannst du noch shoppen gehen.

Am 25. Dezember steht London dann komplett still. Geschäfte, fast alle Sehenswürdigkeiten und die meisten Restaurants sind zu. Vor allem aber: es fährt kein öffentlicher Verkehr – keine U-Bahn, keine Busse, keine Züge. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem vorab gebuchten Taxi, das ist alles. Taxis sind an diesem Tag rar und teuer.

Was funktioniert: Hotelrestaurants mit Weihnachtsmenü, einige wenige Restaurants, die genau für diesen Tag öffnen, und die Parks. Ein Spaziergang durch das geschmückte, fast leere Zentrum am Weihnachtsmorgen ist eines der schönsten Erlebnisse überhaupt in dieser Stadt – und kostet nichts.

Der 26. Dezember, der Boxing Day, ist das Gegenteil. Wie der zweite Weihnachtsfeiertag in Deutschland ist er ein Feiertag, aber die Briten gehen einkaufen: der Winterschlussverkauf startet an diesem Tag. Ein reduzierter Nahverkehr fährt, die großen Kaufhäuser öffnen, die meisten Sehenswürdigkeiten sind zurück. Auf der Oxford Street ist entsprechend viel los.

Zwei praktische Hinweise. Erstens: Wenn du am 25. auswärts essen willst, buche spätestens im November. Zweitens: Bauarbeiten im britischen Bahnnetz über die Feiertage sind Routine und betreffen regelmäßig die Verbindungen zu den Flughäfen. Prüf deine An- und Abreise genau, wenn sie um die Feiertage fällt.

London mit Kindern

Eine Gruppe geht durch das weihnachtlich beleuchtete Zentrum von London

London ist mit Kindern gut zu machen, solange du den Tag um eine große Sache herum planst und nicht um vier kleine.

  • Hyde Park Winter Wonderland – Fahrgeschäfte, Eisbahn und Marktstände an einem Ort. Die beste einzelne Station.
  • Hamleys – sieben Etagen Spielzeug mit Vorführungen, und der Eintritt ist frei.
  • London Zoo – veranstaltet meistens einen beleuchteten Winterpfad nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Natural History Museum – freier Eintritt, Dinosaurier, und die schönste Eisbahn Londons direkt davor.
  • Eine Pantomime – genau für dieses Publikum gemacht.

Praktisch: Die Lichter im West End sind mit Kinderwagen an einem Wochentagabend deutlich entspannter als am Wochenende, viele zentrale U-Bahn-Stationen haben keinen Aufzug, und die Weihnachtsgrotten in den Kaufhäusern sind früh ausgebucht.

Anreise, Budget und Wetter

Anreise. Von Deutschland aus ist der Flug die naheliegende Variante: aus Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf und Hamburg gibt es Direktverbindungen zu den Londoner Flughäfen. Mit dem Zug geht es über Brüssel und dann mit dem Eurostar weiter. Denk an die Einreisebestimmungen: Großbritannien ist nicht mehr in der EU, du brauchst einen gültigen Reisepass, und für die Einreise ist inzwischen eine elektronische Genehmigung nötig – prüf die aktuellen Anforderungen rechtzeitig vor der Reise.

Budget. Bezahlt wird in Pfund, nicht in Euro. London ist teuer, und der Dezember ist Hochsaison. Als grober Anhaltspunkt: ab etwa 150 £ pro Nacht für ein Mittelklassehotel im Zentrum, deutlich mehr in der Woche vor Weihnachten, und rund 25 bis 50 £ pro Person und Tag fürs Essen. Für den Nahverkehr zahlst du am einfachsten kontaktlos mit Karte oder Handy; es gibt ein Tageslimit, sodass sich Einzelfahrten nicht lohnen. Die großen Museen kosten keinen Eintritt, und die Lichter – das, woran man sich am Ende erinnert – sind ohnehin kostenlos.

Wetter. Rechne mit 3 bis 9 Grad, grauem Himmel und eher Regen als Schnee. Warme Schichten, wasserfeste Jacke, Schal, Handschuhe, bequeme Schuhe und ein Regenschirm. Es wird gegen 16 Uhr dunkel – unpraktisch fürs Sightseeing, ideal für Lichter.

Wenn London dir Lust auf mehr Weihnachtsstädte macht: die Klassiker auf dem Kontinent sind alle gut erreichbar, etwa die Weihnachtsmärkte in Köln oder der Weihnachtsmarkt in Straßburg.

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Häufige Fragen zu Weihnachten in London

Lohnt sich London im Dezember?

Ja. Der Dezember ist wahrscheinlich der beste Monat für London: die Beleuchtung hängt, die Märkte und Eisbahnen sind offen, das West End spielt auf voller Stärke, und die Stadt geht in der Weihnachtszeit deutlich weiter als die meisten europäischen Hauptstädte. Der Preis dafür sind Kälte, Nässe, kurze Tage und Gedränge in den Einkaufsstraßen.

Ab wann ist London weihnachtlich geschmückt?

Die großen Beleuchtungen in der Oxford Street, der Regent Street, der Carnaby Street und in Covent Garden werden üblicherweise Anfang bis Mitte November eingeschaltet und bleiben bis in die erste Januarwoche hängen. Jede Straße gibt ihren eigenen Termin im Herbst bekannt.

Sind die Geschäfte am 25. Dezember in London geöffnet?

Nein, am 25. Dezember ist praktisch alles zu: Geschäfte, die meisten Sehenswürdigkeiten und der Großteil der Restaurants. Ausnahmen sind Hotelrestaurants mit Weihnachtsmenü und einige wenige Restaurants, die genau für diesen Tag öffnen. Die Parks bleiben offen.

Fährt in London an Weihnachten die U-Bahn?

Am 25. Dezember fährt gar kein öffentlicher Verkehr – keine U-Bahn, keine Busse, keine Züge. Am 26. Dezember fährt ein eingeschränkter Betrieb auf einem Teil der Linien. Plan für den 25. zu Fuß oder mit einem vorab gebuchten Taxi, und prüf deine Verbindung, wenn du um die Feiertage zum Flughafen musst.

Was ist der Unterschied zwischen deutschem und britischem Weihnachten?

Der wichtigste Unterschied ist der Tag der Bescherung: in Deutschland Heiligabend am 24. Dezember, in Großbritannien der Morgen des 25. Dezember. Deshalb ist der 24. in London ein fast normaler Einkaufstag, während am 25. die Stadt stillsteht. Der 26. Dezember ist als Boxing Day zwar Feiertag, aber vor allem der Start des Winterschlussverkaufs.

Wie viele Tage sollte man für London zu Weihnachten einplanen?

Drei Tage reichen für die Lichter, eine Runde Eislaufen und eine Show. Fünf bis sieben Tage geben dir Raum für die großen Sehenswürdigkeiten, ein paar Märkte, einen Ausflug aus der Stadt heraus und die langsameren Dinge – ein ausgedehntes Mittagessen, ein Museum ohne Zeitdruck.

Wo ist die schönste Weihnachtsbeleuchtung in London?

Für die größten Installationen: Oxford Street und Regent Street. Für die kreativste Gestaltung: Carnaby Street, die jedes Jahr ein neues Thema umsetzt. Für die klassischste Weihnachtsstimmung und die besten Fotos: Covent Garden. Für moderne Lichtkunst ohne Gedränge: King's Cross und Coal Drops Yard.

Muss man Aktivitäten in London vorab buchen?

Alles, was ein Ticket braucht, ja. Winter Wonderland, Zeitfenster fürs Eislaufen, Afternoon Tea, die Warner Bros. Studio Tour, West-End-Vorstellungen und das Weihnachtsessen sind oft Wochen vorher weg. Die kostenlosen Dinge – Lichter, Schaufenster, Parks, die großen Museen – brauchen keine Buchung.

Was sollte man für London im Dezember einpacken?

Die Temperaturen liegen meist zwischen 3 und 9 Grad, und Regen ist viel wahrscheinlicher als Schnee. Warme Schichten, eine wasserfeste Jacke, Schal und Handschuhe, Schuhe, in denen du mehrere Kilometer laufen kannst, und ein Regenschirm. Ein etwas festlicheres Outfit lohnt sich, wenn du ins Theater oder zum Weihnachtsessen gehst.

Braucht man für London einen Reisepass?

Ja. Großbritannien gehört nicht mehr zur EU, der Personalausweis reicht für die Einreise nicht mehr aus, und zusätzlich ist eine elektronische Einreisegenehmigung erforderlich. Die genauen Anforderungen und Kosten ändern sich, also prüf sie einige Wochen vor der Reise auf der offiziellen britischen Regierungsseite.